Eine Uni für alle
Wir, die Hochschulgruppe dieLinke.SDS gehören zu einem bundesweiten Zusammenschluss von Hochschulgruppen, die ausdrücklich nicht parteigebunden sind, aber doch der Partei die Linke nahestehen. SDS steht für Sozialistisch-Demokratischer Studierendenverband und mit dieser Abkürzung beziehen wir uns auf die Studierendenbewegung der 1960er Jahre und den damaligen Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS).
Wir setzen uns für radikale Demokratie, soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Emanzipation und antikapitalistische Alternativen ein.
Für uns gehören die Vertretung der Interessen von Studierenden und die Forderung nach sozialen allgemeingesellschaftlichen Veränderungen zusammen. Denn die Hochschule ist ein besonderer Ort in der Gesellschaft: Einerseits ist sie zentral für die Reproduktion gesellschaftlicher Verhältnisse, andererseits ist sie ein relativ freier Raum zur kritischen Reflektion und zur Entwicklung kreativer Alternativen. Doch der steigende Leistungsdruck, die zunehmenden Kürzungen der Mittel und Eingriffe in die Hochschulautonomie gefährden nicht nur die Funktion der Universität als kritische Instanz in der Gesellschaft, sondern führen auch zur stetigen Verschlechterung der Studienbedingungen. Dies ist kein unbeabsichtigter Nebeneffekt schlecht geplanter Hochschulpolitik, sondern Teil der Kommerzialisierung von Bildung und Leben.
Deshalb kämpfen wir gegen den neoliberalen Umbau von Hochschule und Gesellschaft, gegen Ausgrenzung und Sozialabbau.
Wichtig sind uns außerdem der Kampf gegen jede Form von Diskriminierung und Rassismus, wie Antisemitismus und Islamophobie.
Wir sind für eine Gesellschaft ohne Krieg und Militarismus, da wir Gewalt als politisches Mittel prinzipiell ablehnen. Deshalb haben wir aktiv bei der Ausformulierung der Zivilklausel mitgewirkt. Diese soll die Universität verpflichten, keine militärische Forschung mehr zu betreiben. Bitte stimmt für die Verankerung der Zivilklausel in der Grundordnung der Universität und damit für eine ausschließlich zivile und friedliche Forschung und Lehre!!!
Eine Auswahl von dem, was wir in den letzten Jahren u.a. gemacht haben:
-wir haben an der Uni Veranstaltungen u.a. zu den Themen Studiengebühren, Stiftungsuni, neoliberaler Umbau der Hochschule, Krieg in Afghanistan, türkisch-kurdischer Konflikt, Solidarität mit Griechenland und zum Thema Islamophobie gemacht
-wir haben aktiv den Streik der Reinigungskräfte der Universität unterstützt
-wir haben einen Lesekreis zum Nahost Konflikt organisiert
-wir haben gegen den Naziaufmarsch in Dresden mobilisiert und Busse organisiert
-wir beteiligen uns (kritisch) an der Occupy Bewegung
-wir haben aktiv im Bildungsstreikbündnis mitgearbeitet
-als Teil des AStAs haben wir einen Tarifvertrag für die Beschäftigten des Studierendenhauses miteingeführt
-wir setzen uns für mehr bezahlbaren Wohnraum in Frankfurt ein und haben bei der Vermittlung von Wohnungen geholfen
Im kommenden Semester ist mit einer weiteren Verschlechterung der Situation an der Hochschule zu rechnen: Die Kürzungen des Hochschulpaktes werden sich bemerkbar machen, gleichzeitig sind aufgrund der doppelten Abiturjahrgänge und der Aussetzung der Wehrpflicht große Studienanfänger*innenzahlen zu erwarten. Deshalb fordern wir:
- Die Rücknahme des Hochschulpaktes und eine angemessene Ausfinanzierung der Hochschulen! Wir wollen ansprechende und kritische Lehre von besser bezahlten Dozierenden mit einem sinnvollen Betreuungsverhältnis, so dass jede/r, die/der möchte, ein Studium ohne NC-Gängelei aufnehmen kann. Außerdem haben auch sogenannte Orchideenfächer eine Existenzberechtigung!
- Master für Alle! Willkürlich gesetzte Master-Quoten entsprechen nicht den Bildungswünschen der Studierenden, sondern lediglich der Forderung nach Billigakademiker*innen für den deregulierten Arbeitsmarkt.
- mehr selbstverwaltete Räume für Student*innen! Wir wollen unsere Universität frei mitgestalten können. Es ist uns wichtig, dass es genügend Räume gibt, in denen wir Studierenden uns entfalten, arbeiten und lernen können. Besonders am IG-Farben Campus haben wir kaum studentische Räume, das muss sich ändern
- Bezahlbarer Wohnraum für Studierende! Gerade in Frankfurt ist es wichtig, dass von Stadt und Studierendenwerk vernünftiger Wohnraum für Studierende zur Verfügung gestellt wird, denn dies ist Teil eines offenen und egalitären Hochschulzugangs. Wir kritisieren die Pläne der Stadt Frankfurt, den Campus Bockenheim in 60% Gewerbefläche zu verwandeln, obwohl es einen eklatanten Mangel an bezahlbarem Wohnraum und kaum Angebote für subkulturelle Künstler*innen gibt
- Bedarfsdeckende Studienfinanzierung! Die bisherigen Bafög-Regelungen entsprechen schon lange nicht mehr den Lebensrealitäten der Studierenden – wir wollen eine Studienfinanzierung, von der man Leben kann, ohne sozial ungerechte Rückzahlungsforderungen, ein Studienhonorar
- Die Stärkung der demokratischen Mitbestimmung der Studierendenschaft in allen Ebenen der Universität. Es kann nicht sein, dass diejenigen, die die meisten an der Uni sind, am wenigsten mitbestimmen können
Wir sind gegen die elitäre Stiftungsuniversität:
- gegen unstudierbare und verschulte Bachelor- und Masterstudiengänge
-gegen die Exzellenzpolitik des Uni-Präsidiums auf Kosten der Mehrheit der Fachbereiche
-gegen kommerzielle Werbung an der Uni
-gegen den Einfluss von Banken, Konzernen und Rüstungsbetrieben auf Lehre und Forschung (bitte stimmt für die Aufnahme der Zivilklausel!)
-gegen die Einschränkung von Projekten Studierender durch Raumverknappung
-gegen die Überwachung der Studierendenschaft durch Kameras auf dem Campus und in Vorlesungssälen
-für den freien Zugang zum IG-Farben Campus ohne Zaun. Denn eine Universität soll ein freier und für alle zugänglicher Ort sein.
Eine Uni für alle: offen, sozial, demokratisch, solidarisch, kritisch, emanzipatorisch, pazifistisch und ökologisch – eure Stimme bitte für dieLinke.SDS !