Pressemitteilung zur Besetzung und Räumung der Schumannstraße 60 in Frankfurt
Am Donnerstag den 20.10.2011 wurde von Studierenden eine Villa im frankfurter Nobelviertel Westend besetzt. Die Villa stand seit drei Jahren leer. Durch die Besetzung sollte auf die miserable Wohn- und Mietsituation in Frankfurt aufmerksam gemacht werden. Langfristig sollte ein Wohn- und Kulturzentrum in dem Haus etabliert werden.

Leider wurde es aber schon am späten Abend gewaltsam von der Polizei geräumt. Dabei ging sie mit überzogener Härte vor. Durch den unverhältnismäßigen Einsatz von Schlagstöcken, Fäusten und Kabelbindern wurden BesetzerInnen und SympathisantInnen durch die Polizei fahrlässig verletzt.

Wer als StudentIn ins Rhein-Main-Gebiet zieht merkt schnell, dass der Wohnungsmarkt heiß umkämpft ist. Die Mieten bewegen sich in schwindelerregender Höhe, was durch die große BewerberInnenflut verstärkt wird. Gerade dieses Jahr gibt es einen besonderen Andrang, da durch die Abschaffung der Wehrpflicht und die doppelten Abiturjahrgänge eine noch nie da gewesene Masse von Menschen an die Universität drängt. Es ist absurd, dass gleichzeitig Gebäude vorhanden sind, die seit Jahren leer stehen. Das ungenutzt lassen des Wohnraums ist eine künstliche Verknappung, welche das Ansteigen der Mieten fördert. Zusätzlich verkommen die unbewohnten Gebäude. Die Villa in der Schumannstraße ist marode und massiv von Schimmel befallen. Besonders skandalös erscheint dies, weil sich die Villa im Besitz des Landes Hessen befindet, also von Staatsgeldern finanziert wird.

Wir, die Linke.SDS Hochschulgruppe Universität Frankfurt, fordern eine gesetzliche Grundlage, um ungenutzte Häuser wieder sinnvoll nutzen zu können. Dafür könnte ein altes niederländisches Gesetz als Vorbild dienen, welches es ermöglichte, Gebäude, die länger als ein Jahr leerstanden, zu „kraaken“

Leerstand zu Wohnraum!