Casino Campus Westend geräumt
Durch massiven Einsatz der Polizei wurde das seit Montag besetzte Casino heute Abend gewaltsam geräumt. Der Einsatz läuft seit etwa 18 Uhr. Mit etwa 30 Mannschaftswagen wurde das Casino auf dem Campus Westend umstellt. Auch das Hauptgebäude des IG-Farbenhauses und die Bibliotheken wurden vorsorglich geräumt und verriegelt.
Die Polizei wendet Gewalt an, es gab bereits mehrere Verhaftungen. StudentInnen werden davon abgehalten auf’s Unigelände zu gelangen, werden vom Campus geprügelt.
Wer in den letzten Tagen in dem besetzen Casino war, konnte sich mit eigenen Augen davon überzeugen, dass außer Malereien an den Wänden nicht viel verändert wurde. Von Vandalismus oder Verwüstung (wie heute z.B. in der Frankfurter Rundschau beschrieben) kann nicht die Rede sein, die Atmosphäre war nicht aggressiv, sondern sehr offen, es wurden Seminare abgehalten, Transparente gemalt und diskutiert. Auch viele Dozentinnen und Dozenten waren an dem Alternativprogramm beteiligt.
Kontrastierend hierzu erscheint die polizeiliche Räumung umso härter und unverhältnismäßiger. Die Umstellung des Casinos, die Räumung und überhaupt die immense Polizeipräsenz auf dem Campus erinnern an längst vergangene Zeiten und machen Angst. Die Universität Frankfurt ist heute Abend ein demokratiefreier Raum. Der Präsident ruft seine Privatarmee und lässt den Palast räumen. Die Vorstellung der Unileitung, wie eine Hochschule auszusehen hat, wird mit dem Polizeiknüppel durchgesetzt.
Dass der Präsident Müller-Esterl das Selbstbewusstsein hat so weit zu gehen, zeigt sehr viel, vor allem aber dass es weiterhin Widerstand zu leisten gilt gegen eine weitere Entdemokratisierung der Frankfurter Uni!!! Bildung ist keine Ware und die Universität gehört nicht dem Präsidenten. In den folgenden Tagen wird es sicher Reaktionen und Proteste geben, wir sollten uns daran beteiligen.
